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Wenn der Berg sich erhebt
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Die Serie

Worum es geht.

Mit dieser Doku suchen wir das alte Wissen Mitteleuropas: das Wissen, das an einen Ort gebunden ist, an seine Täler, seine Bräuche, seine Sagen, seine Feuer. Es hat hier Jahrhunderte überlebt, verschüttet, umgedeutet, oft nur als Gefühl. Wenn der Berg sich erhebt geht ihm nach, ein Jahr lang, durch alle Jahreszeiten, auf beiden Seiten des Brenners.

Südtirol ist der Ausgangspunkt: ein Land, um dessen Zugehörigkeit seit über hundert Jahren gestritten wird und das seine Bräuche trotzdem offen nach draußen trägt. Von dort weitet sich der Blick in den ganzen deutschsprachigen Alpenraum. Das Ziel steht in einem Satz: uns wieder zu erinnern, statt uns zu spalten. Die Serie erscheint ab Herbst 2026 auf unseren eigenen Kanälen, Folge um Folge durch das Drehjahr, als Fortsetzung von Wenn der Wind sich dreht.

Wir glauben, dass der Konflikt in diesem Land nicht in den Verträgen liegt, sondern in den Menschen. 1939 musste jede Familie in Südtirol wählen, ob sie geht oder bleibt. Der Riss lief durch Höfe, durch Dörfer, durch Geschwister, und danach wurde jahrzehntelang nicht darüber geredet. In den Sechzigerjahren kam der nächste Riss, und wieder das Schweigen. Nicht aus Bosheit, sondern aus Scham, aus Angst, aus Erschöpfung.

Was nicht ausgesprochen wird, verschwindet nicht. Es wandert weiter, an die Kinder und an die Enkel, nicht als Erzählung, sondern als Gefühl. Die Serie folgt diesem Schweigen dorthin, wo es sitzt: an die Küchentische, in die Familien, in das, was wir für Charakter halten und was in Wahrheit Erinnerung ist. Wer Trauma erforscht, sagt es seit Jahrzehnten: Der sicherste Weg, auf dem ein Schmerz weitergegeben wird, ist das Schweigen. Also ist das Sprechen die Medizin.

Wonach wir suchen

Mit dieser Doku sind wir auf der Suche nach dem indigenen Wissen Mitteleuropas. Indigen ist für uns, wer gebunden ist, nicht wer abstammt. Der älteste Tiroler, der Mann aus dem Eis, hatte dunkle Haut und Vorfahren aus Anatolien, und niemand würde ihm die Zugehörigkeit zu diesen Bergen absprechen. Bindung kann man verlieren, wiederfinden und weitergeben, und jeder kann sie lernen. Genau deshalb schließt diese Serie niemanden aus und braucht niemanden als Gegner.

Warum in diesem Jahr

Die Serie hat eine Uhr, die läuft. Die letzten Zeugen der großen Umbrüche sind hochbetagt. Die Jungen verlassen ihre Täler, weil sie sich das Bleiben nicht mehr leisten können. Manche Bräuche gibt es nur alle zwei Jahre. Wer festhalten will, was die Menschen mit ihrem Ort verbindet, muss in diesem Jahr losgehen, bevor es niemand mehr erzählt.

01

Der Berg

Er ist kein Hintergrund, er handelt. Er hebt sich, messbar, Jahr für Jahr. Er wirft ab, wo der Permafrost taut. Er brennt, wenn die Feuer des Jahres auf seinen Graten stehen. Und er antwortet, wenn ein Jodler die Felswand ruft.

02

Der Ursprung

Brandopferplätze über den Wolken, Menhire, die Sagen vom Reich unter dem Berg. Fast alle Sagen dieses Landes erzählen vom Verlust einer Verbindung mit der Natur. Die Serie sucht, was davon überlebt hat: bei den Kräuterfrauen, den Betrufern, den Trägerinnen der alten Überlieferung.

03

Die Brüche

Die Kirche auf dem Kulthügel, die Fürsten, die Aufstände von 1525 und 1809, dann die Verträge, die Namen, die Option von 1939, die Sechzigerjahre. Die Geschichte dieses Landes als Geschichte seiner Risse, erzählt von denen, die noch dabei waren.

04

Die Bräuche

Das Klöckeln im Sarntal, der Klaubauf in Matrei, das Scheibenschlagen im Vinschgau, die Transhumanz über den Gletscher, die Feuer der Herz-Jesu-Nacht. Keine nachgestellte Folklore, sondern das wilde, ungestellte Brauchtum in seiner einzigen Stunde im Jahr. Als die Sprache verboten war, hat die Identität hier überlebt: im Lärm, im Feuer, im Brauch.

05

Die Kulisse

Die Serie fragt, warum es Millionen ausgerechnet hierher zieht, und was ein Land verliert, wenn es seine Berge als Kulisse behandelt. Mit denen, die daran verdienen, mit denen, die darunter leiden, und mit denen, bei denen beides zusammenfällt.

06

Das Sprechen

Was ein Schweigen mit einer Familie macht, über drei Generationen, und was passiert, wenn sie zu sprechen beginnt. Das Zusammenfinden, das diese Serie meint, geschieht in den Herzen und an den Küchentischen, nicht auf Landkarten. Es geht nicht darum, die Vergangenheit zu gewinnen. Es geht darum, dass der Krieg in unseren Genen endet.

Eine mächtige Gipfelpyramide mit hellen Schuttfächern über bewaldeten Hängen.

Der Berg vergisst nicht. Er wartet, bis wir uns erinnern.

Benjamin Lechner, Filmemacher und Künstler

Wer erzählt.

Ich bin Filmemacher, kreativer Künstler und liebender Familienvater. Seit über zehn Jahren forsche ich nach den Wurzeln Europas: nach dem indigenen Wissen, das an Erde und Menschen gebunden ist, und nach den Erinnerungen, die unter unserer Haut liegen. Auch wir haben indigenes Wissen, wir haben es nur vergessen oder haben Angst, es sichtbar zu machen.

Ich bin Gründer von Studio IN DIE GENE, das genau diese Erinnerungen in bewegten Bildern und Klängen sichtbar macht.

Ich mache das nicht, weil ich neugierig auf Politik bin. Ich mache es, weil mich das persönlich betrifft. Meine Mutter kommt aus Deutschland, mein Vater aus Südtirol. Die Grenze, um die hier seit hundert Jahren gestritten wird, läuft mitten durch meine Familie. Ich frage hier nicht als einer, der von außen draufschaut.

Deshalb setze ich mich mit allen an einen Tisch, die bereit sind, über Herkunft zu sprechen. Mit der Bäuerin und mit dem Hotelier, mit dem Schützen und mit der Abgeordneten, mit denen, die gehen, und mit denen, die bleiben. Von oben sieht man in beide Täler.

Benjamin
Ein Adler vor Bergen, das Titelbild des Films Wenn der Wind sich dreht.

Wenn der Berg sich erhebt ist die zweite Dokumentation von Studio IN DIE GENE. Die erste, Wenn der Wind sich dreht, hat ohne Sender und ohne Redaktion ihr Publikum gefunden.

Den ersten Film sehen
Benjamin Lechner mit Hut vor der Bergkette der Dolomiten.
Der Schriftzug Gratwanderung, Gespräche auf dem Heimweg, steht hinter einem Berggrat im Morgenlicht, darunter Nebel.
Die Gesprächsreihe

Gratwanderung

Von hier sieht man beide Täler.

Gratwanderung ist das Begleitformat der Serie: lange Gespräche ohne Drehbuch, rund eine Stunde, veröffentlicht in ganzer Länge auf YouTube und als Podcast. Kein Interview, sondern ein Gespräch. Es beginnt bei der Herkunft: Wo kommst du her, was haben deine Leute gearbeitet, was wurde bei euch am Tisch gesprochen, und was verschwiegen. Und bei allen Gästen dreht es sich um dieselbe Frage.

Was bedeutet für dich Heimat und das Bewahren von wahrhaftiger Identität?

Aus diesen Antworten entsteht Folge um Folge das Finale der Serie.

Wir sprechen mit Menschen aller Lager: mit Politikerinnen und Politikern, mit Menschen, die altes Wissen noch tragen, mit Schützen, Bäuerinnen, Unternehmern, Wissenschaftlern, Geistlichen und Künstlern. Wir gehen mit allen mit derselben Frage, derselben Absicht und derselben Haltung ins Gespräch. Wir unterbrechen niemanden, und wir fragen nach. Nationalsozialistischem oder rassistischem Gedankengut geben wir keinen Raum. Ein Grat ist eine Lage und kein Vorwurf: Der Weg ist nur die Kante, und von dort sieht man in beide Täler.

Was wir herausfinden

Recherchen zum Filmprojekt.

Was wir in Chroniken, Archiven und Büchern finden, erzählen wir in eigenen Folgen auf YouTube.

Neueste Folge

Halloween ist katholisch. Allerseelen gehört den Toten

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Falls du mehr weißt als wir, dann melde dich. Wir machen dein Wissen sichtbar.
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Vorschaubild der Folge: Wegkreuz, Kapelle und Laternen im Schnee, rechts eine gehörnte Gestalt, dazu die Frage Christlich oder älter?
Heimatforscher und Wissensträger

Du weißt etwas, das sonst niemand mehr weiß.

Diese Serie entsteht nicht am Schreibtisch. Sie entsteht bei den Menschen, die noch wissen, wie es war, und bei denen, die etwas können, das sonst niemand mehr kann. Wir suchen Chronisten und Heimatpfleger, Zeitzeugen und Brauchtumsträger, Handwerker, Sängerinnen und Sänger, Bäuerinnen und Bauern. Wir suchen die, die noch wissen, was 1939 am Küchentisch gesagt wurde und was nicht. Und wir suchen die, die gerade ihr Tal verlassen, weil sie sich das Bleiben nicht mehr leisten können. Auf beiden Seiten des Brenners, in jedem Tal, ob du Deutsch, Italienisch oder Ladinisch sprichst.

Vielleicht bist du das. Vielleicht kennst du jemanden. Ein Name, ein Ort, eine Geschichte reichen für den Anfang. Benjamin liest jede Nachricht selbst und meldet sich bei dir, in Ruhe, zuerst am Telefon, wenn du eine Nummer hinterlässt. Eine Kamera läuft erst nach einem Gespräch und erst, wenn auf einem gemeinsamen Blatt steht, was du willst und was nicht. Ein Honorar zahlen wir nicht, das sagen wir gleich. Und wenn wir kommen, kommen wir mit kleinem Team.

Wenn du jemanden nennst, sag der Person bitte vorher Bescheid, dass wir uns melden und dass wir sagen dürfen, dass der Hinweis von dir kommt. Oder stelle den Kontakt selbst her.

Puoi scriverci anche in italiano.